Ich hatte einen schlimmen Tag. So schlimm, dass ich mich aus purer Verzweiflung an längst vergangene Bewältigungsstrategien zurück erinnere. Über vier Jahre ist es her, dass ich meinen Frust über die Generation Doof lauthals in die Welt geschrien habe. Und ich merke, es ist wieder an der Zeit. Ich fühle mich wie ein trockener Alkoholiker, der nach Jahren merkt, wie geil es eigentlich war sich mit zwei Litern Korn zum Frühstück die Rübe wegzuballern. Und es fühlt sich gut an. Insbesondere nach einem solchen Tag...
Normalerweise reicht mir nach einem beschissenen Arbeitstag meine Burger-Douglas-Bier-Routine, kurz BDBR. Auf dem Nachhauseweg bleibe ich eine Station länger in der Bahn sitzen und gönne mir gefühlte drei Kilo Analogkäse im Schnellrestaurant meines Vertrauens. Anschließend schlendere ich mit einem leichten Völlegefühl zur Parfümerie und lasse mich von seltsam geschminkten Damen und Schwuletten über die neusten Frühlingsdüfte informieren. Nach zwanzig Teststreifen und gleicher Anzahl Kaffeebohnen in meiner Nase entscheide ich mich für einen Klassiker aus dem Hause Boss. Zuhause stelle ich ihn zu den anderen fünfzehn Flaschen.
Den Abschluss bilden zwei Flaschen Beck's, die ich in adäquater Jogginghosen-Optik auf der Couch zu gescriptetem Realitybullshit genieße. Gewöhnlich kehrt nach eben diesen zwei Flaschen eine wohlige Gleichgültigkeit ein, welche mich zufrieden im Wohnzimmer einschlummern lassen. Doch heute nicht. Heute - und bestimmt auch Morgen - braucht es mehr! Lieber Blog, du hast mich wieder...