Ich hatte sie alle: Zweger, Saalfrank, Pooth, Int-Veen, zwei Supermamas, zehn Container-Flachbirnen und mindestens 500 Jamba-Schnuffel. Mein Selbstversuch der letzten 24 Stunden macht das Fernsehen für mich in etwa so sympathisch wie ein Ohrfurunkel. Nachdem die sechste Schockzigarette verdaut ist, beginne ich Stück für Stück zu realisieren, wie wir zur Generation Doof evolvieren konnten und das ultimative Feindbild formt sich vor meinem inneren Auge: Doku-Soaps.
Doku-Soaps werden für Fernsehsender dann interessant, wenn Gerichtsshows und Lifestyle-Magazine zur HartzIV-Primetime keine Quote mehr erzielen. Sie treffen den Nerv der breiten Masse: Grenzdebile Vollproleten lassen sich rund um die Uhr auf 150qm Containerwohung bespannen, der elfjährige Kevin darf dank Supermamas nur noch drei Stunden pro Tag Counterstrike zocken und Familie Kleinschmidt hat ihre 500.000€ Handyschulden bis zum Jahr 2178 abbezahlt. Deutschland klatscht Beifall.
Ich auch. Huch? Hat das Proletenfersehen mich assimiliert? Ich fürchte ja, denn ich ertappe mich, als ich auf qvc.de mit einem Twinset Glanzjogginganzüge liebäugele. Ich brauche dringend eine Dosis "Lesen!" mit Elke Heidenreich.
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